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| Ein Linearbandkeramischer Siedlungsplatz |
Sonntag, 05. 09. 2010 |
Die Linearbandkeramik >>klick zählt zur Jungsteinzeit und währte 500 Jahre von etwa 5.400 bis 4.900 v. Chr. in Mitteleuropa. Sie war in den Grundzügen vom kulturellen Standard etwa gleich in allen Teilen ihres Siedlungsgebietes. Es gibt Untersuchungen der genetischen Information, welche besagt, dass die Bevölkerung der Bandkeramik aus der mittelsteinzeitlichen Urbevölkerung hervorging. Das heißt, es fand eine kulturelle Übernahme von Wissen, Gebräuchen, Technik und vielleicht Sprache von einer Initial-Kultur aus Südosteuropa statt. Bisher ging man davon aus, das die Kultur der LBK eingewandert ist und die Mittelsteinzeitliche Jäger- und Sammlerkultur verdrängte.

Im Gebiet von Rhein und Maas lagen sehr viele Siedlungskammern, alle auf Lößböden >>klick.

Das hier besprochene Gebiet eines jungsteinzeitlichen Siedlungsplatzes der sog. Linearbandkeramik (um 5000 v.Chr.) befindet sich etwa 9 km östlich von D-Aachen auf einem nach Südosten geneigten Hang an einem kleinen Bachlauf. Der Platz liegt im Grenzgebiet vom Mittelgebirge der Nordeifel und den Lößflächen der Aldenhovener Platte.

Die Karte zeigt mit Gelb den Siedlungsplatz, schwarze Punkte die unmittelbar Nachbarschaft (möglicherweise auch bucklige Verwandtschaft) und rot die eindeutig zur Kultur der Linearbandkeramik zuzuordnenden Funde in der näheren Umgebung inkl. zweier Gräberfelder.

Die Rohstoffversorgung gestaltete sich vielfältig, kam der Hauptteil des Feuerstein-Materials aus dem heutigen Rijckholt in den Niederlanden, ein Teil des Hämatits (Rötel) aus D-Nideggen und D-Euskirchen, der Basalt als Ersatz für den ausschließlich aus den Karpaten (1000 km!) stammenden Amphibolit kam aus der Gegend von D-Mayen. Markasit >>klick zum Feuermachen aus der Gegend von Calais/Frankreich. Das Material für die Mahlsteine, den sogenannten Eschweiler-Kohlensandstein, stammt aus der Gegend des Eifelfusses, etwa der Linie Eschweiler-Aachen. Hier von einer primitiven Kultur sprechen zu wollen, ist schlicht überheblich.

Die Siedlungskammer liegt nördlich von Stolberg/Rhld. am Rand der beginnenden Eifel.

Heute liegt alles unscheinbar unter Ackerflächen und einem Bauernhof.

Erdgasleitungen und Überlandstromleitungen, eine Autobahn, ein Flughafen und eine Bahnlinie hinterlassen ihre Spuren in dem alten Kulturland, aber immer noch wird das Land intensiv bebaut. Selbst ein Landwirtschaftsbetrieb fehlt nicht nach dieser doch jetzt 7.000 Jahre währenden Periode landschaftlicher Nutzung des Kulturlandes.

Auf einer Luftaufnahme aus dem Jahre 1930 erkennt man die Siedlung noch sehr deutlich als dunkel sich gegen den hellen Ackerboden abhebende oval kreisförmigenVerfärbungen (Abfallgruben, Brunnen?).

Wie die Geschichte des Verfalls voranschreitet, zeigen die folgenden Illustrationen:

Die Gruben sind verfüllt mit Asche, Abfall, Erde.

Oftmals ist dort ein so starker Brand entfacht worden, das der Boden verziegelte.

Doch nun zu eigentlichen Thema: wie sah das vor 7000 Jahren aus und wie lebten diese Leute damals? Eine ungefähre Ahnung in Form eines Lebensbildes ist hier zu sehen. Im Vordergrund ein Brunnen, wie er in D-Erkelenz/Kückhoven >>klick gefunden wurde und auch auf anderen Siedlungsplätzen vermutet werden darf. In diesen Häusern ist es relativ dunkel. Im Sommer bei Hitze recht angenehm, im Winter arschkalt und rauchig. Ich weiß, wovon ich rede, habe ich doch eine Weile in einem solchen Haus gelebt. Wenn man drinnen in der Nacht schläft, sollte man, wenn man zum pinkeln raus will, die Ordnung der Baumstämme kennen. Sonst knallst du unweigerlich gegen die Stämme.
Die Pötte hingen an den Wänden oder von den Balken, wegen der Mäuse und Insekten. Auf dem Boden lag relativ wenig rum, die Feuerstelle befand sich etwa in der Mitte des Gebäudes. Über Fensterlucken weiß man wenig, ist aber zu vermuten. Einmal wegen dem Rauchabzug, andererseits wegen Lichteinfall. Vieh war möglicherweise nicht im Haus untergebracht, aber eine Großfamilie. Die Dachdeckung war im Rheinland unmöglich aus Ried, soviel Ried gibt es gar nicht. Es ist an Rinde zu denken, vielleicht mit Erde beworfen und bepflanzt. Die Häuser hielten eine Generation, dann bauten sie ein neues Haus, schon wegen der Weitergabe des Wissens. Auf jeden Fall eine irre Leistung, so ein Haus zu planen und zu bauen unter steinzeitlichen Verhältnissen. Allein die Bäume mit Dechseln fällen, zurichten und an den Bauplatz transportieren, übersteigt mein Vorstellungsvermögen. Über den Bau eines solchen Hauses mehr Informationen klick >>hier.

Die Häuser standen immer in nordwestlich/südöstlicher Richtung ausgerichtet, mit dem Eingang nach Südosten und dem Arsch im Wind nach Nordwest und waren etwa 7 m breit und konnten bis zu 40 m lang sein Die Höhe hat man sich aufgrund der Pfostenstellung gedacht, gesehen hat es noch keiner, doch gibt es Modelle aus der Zeit, welche an Ahnung geben.
 So sah der Siedlungsplatz in Broichweiden zu einer bestimmten Zeit seiner Besiedlung aus. Drei Häuser, eines direkt neben einem gerade durch Brand zerstörten Haus auf der rechten Seite. Zum vergrößern des Bildes klicken Sie bitte auf das Bild. Zur Erstellung eines Siedlungsplatzes musste eine Lichtung im Urwald geschaffen werden; der Beginn der Landschaftveränderung, welche bis heute vehement anhält. Zum Baumfällen in der Steinzeit klick >>hier.

Und jetzt stellen Sie sich bitte vor, 7000 Jahre gehen ins Land und alles vergeht, Holz, das Haus, Keramik, Körbe, Schnüre, Farbe, Rufe, Gelächter, Getreide, Öfen, Federn, Textilien, Geweih, Knochen, Fell, die Menschen ...

... und übrig bleiben von dem Siedlungsplatz oberflächig gesehen Steine, von Menschen bearbeitete Feuersteine >>klick auf dem gepflügtem Acker. Diese Steine symbolisieren NICHT die Vielfalt der Kultur der Linearbandkeramik, denn damals war ja viel viel mehr an dieser Stelle. Das wäre etwa vergleichbar mit dem Fund einer Coca-Cola-Flasche in 7.000 Jahren von heute an, welche unsere heutige Kultur symbolisieren soll. Das tut sie auch, wie es der Feuerstein die Steinzeit symbolisiert; bloß, eine solche Flasche zeigt nicht, das wir U-Boote haben, einen Pabst, zum Mond fliegen und ein Internet benutzen, gell.

Von diesen Verzierungen auf der Keramik (Oberflächenfunde) der Menschen stammt der Name der Kultur. In der rechten Scherbe befindet sich noch weißer Kalk zum erhöhen des Farbkontrastes der verzierten Keramik. Es wurde auch rötliche Farbe verwandt.

Hämatit >>klick, ein Eisenstein, welcher je nach Qualität sehr schönes rotes Farbpulver erzeugt. Dieses Stück ist etwa faustgroß und stammt von einem Gräberfeld, ist also eine ehemalige Grabbeilage (Oberflächenfund) und weißt Spuren von Hitzeeinwirkung auf. Man benutzte den Stein wohl als persönliche Schminke, denn die Steine liegen nur in Gräbern und wurden wohl ursprünglich von Frauen benutzt. Man kann die Farbigkeit des Pulvers steigern, indem das Material erhitzt wird.

Der Gebrauch geschah mittels Reiben auf einem flachen, rauhen Stein. Die Farbsteine wurden mit der Zeit so lange geschliffen, bis sie alle zur Form eines Hinkelsteins, wie Obelix sie benutzte, gelangten. Das ist traditionell für die Leute gewesen, wie so vieles (z. B. die Form der Kratzer, die Dechsel, die Form der Pfeilspitzen, die Verzierung der Keramik, die Sichelklingen) und sie haben sich garantiert tätowiert >>klick und bemalt. Ich äußere die Annahme, dass ihre Häuser in Holz und Wänden so wie die alten Südseehäuser mit Mustern und Formen verziert waren. Ein phantastische Vorstellung, und beängstigend, denn sie waren fremd und wild und frei, diese Menschen, uns fremd ... Das gleiche würden sie übrigens von uns behaupten, mit dem Unterschied, das wir nicht (mehr) frei sind.

Zum Zweck der Farbpulverherstellung benutzte man oft ausgediente Mahlsteine, indem eine Mulde gepickt wurde und das zeriebene Material dort hinein kam. Über die Möglichkeiten, jungsteinzeitliches Brot herzustellen, klick >>hier.

Vermutliche Schlagsteine für die Markasit-Feuerstein-Schlagmethode >>klick.

Die Werkzeuge waren garantiert zu einem großen Teil in Holz und Geweih geschäftet, vielleicht auch mit Birkenpech >>klick oder Bast.

Die Dechsel waren ausschließlich aus Felsgestein, nicht aus Feuerstein, obwohl das durchaus möglich war. Ein Test meinerseits läuft zur Zeit. Die ersten und ältesten Dechsel sind aus Amphibolit, welcher aus den Karpaten im heutigen Rumänien stammt. Die Stücke waren wohl wesentlich länger und sind von Weiler zu Weiler verhandelt worden, wobei sie durch Gebrauch immer kürzer, weil nachgeschliffen, wurden. Im Norden, d.h. in besprochenen Siedlungsgebiet waren die Dechsel dann nur noch etwa höchsten 18 cm lang, viele kürzer, aber brauchbar. Hier war der Handelsweg zuende. Interessant wäre hier eine Vergleich der Fundmenge von Dechseln aus Amphibolit in einem Nordsüdgefälle des Siedlungsgebietes der Bandkeramiker mit Größenvergleich zueinander. >>klick

Als die Rohstoffquelle Karpaten aus welchen Gründen auch immer, versagte, griff man im Rheinland zu Basalt, einem spröden Material vulkanischen Ursprungs aus der Vulkaneifel um Mayen. Neu geschliffen ist das Material matt-schwarz-glänzend und sehr scharf in der Schneide. Nach 7000 Jahren im Boden dagegen bildet sich eine sandige Aussenhaut, gelbgrau und ungefähr 1 mm dick. Innen ist das Material noch schwarz. Diese Stücke und zerbrochene übrigens auch, legte man den Toten Männer mit ins Grab.

Unteres Bild die Rekonstruktion eines ca. 2.30 m hohen Brunnenkastens aus Fertigbauteilen, wie er in der Zeit der Linearbandkeramik nur mit den Mitteln der Dechsel oberirdisch gefertigt, aufgestellt und dann in einen entsprechend großes gegrabenes Loch mit Grundwasser eingesetzt wurde, wie bei Ikea.

In der Nähe der Linearbandkeramischen Siedlung Broichweiden befindet sich ein Gräberfeld aus der Zeit der Besiedlung, was viele Oberflächenfunde von eindeutig zugehörigem Material in Form von Dechseln, Hämatitsteinen und Keramikscherben aus der Kultur der Bandkeramik belegen. Wie kommt das Zeug an die heutige Oberfläche, wo doch die Toten etwa 1 m tief in den Löß begraben wurden, inklusive der Grabbeilagen?
Die untere 1. Illustration zeigt den Zustand eines Hangs mit Baumbewuchs, links ein Bach, um 6000 v.Chr.
Die 2. Illustration zeigt eine Lichtung auf der Schulter des Hangs und ein Begräbnis der Bandkeramiker in sagen wir 1 m Tiefe um 5000 v.Chr.
Die 3. Illustration zeigt das Landschaftsbild nach 3000 Jahren Landwirtschaft, also um 2000 v.Chr. Der Boden erodiert, d.h. er fließt in Richtung Tal ab und verfüllt die vorher steiler vorhandenen Bachläufe und Täler. Die Landschaft wird weicher. An der Schulter wird es für die Gräber eng. Sie rücken scheinbar in 50 cm Tiefe vor, doch richtig gesehen ist der Boden um mittlerweile 50 cm erodiert.
Die 4. Illustration um 2000 n.Chr. zeigt, wie jetzt maschinelles Pfluggerät 30 cm in den Boden eingreift und die Grabbeilagen der Linearbandkeramiker leider an die Oberfläche zerrt und welche dort vom Regen freigewaschen werden.
Die 5. Illustration zeigt mich, welcher diese Dinge mit Andacht sucht und mit nach Hause nimmt. So ist das. Typisch für Oberflächenfunde sind Kratzspuren des Pflugschars auf dem Material, oft rötlich, weil gerostet. Daran erkennt der kundige Arschäloge, das der Fund keine Raubgrabung war, ist, sein könnte ("... wo haben Sie das her?").

Andererseits bin ich sicher, das sich noch intakte "in situ" Gräber auf dem Kopf des Hanges in 1 m Tiefe befinden. Hier ist der Boden nicht so stark erodiert. Da liegen sie auch gut. Ich habe etwa 30 Dechsel gefunden, andere vor mir noch mal soviel, also 60. Vielleicht dann noch mal ebenso viele Frauen-, Kinder-, Aliens- und Finnengräber und man kommt auf 120 Bestattungen, sagen wir 150. Man geht davon aus, das nur 1/10 der Bevölkerung diese Epoche in Körpergräbern beerdigt wurde, die anderen wurden an der Oberfläche verbrannt. Das sind ca.1500 Bestattungen respektive Menschen in den etwa 400 Jahre dauernden Besiedlung, also etwa 16 Generationen zu je 90 Menschen im Weiler Broichweiden. Waren die Körperbegraber eine besondere religiöse Sekte, Protestanten? Die Gräber überschneiden sich nicht, was eine Kenntlichmachung an der Oberfläche zur Diskussion stellt; eine Lichtung mit einer Art Pfahl über jedem Grab? Fragen über Fragen. Jedenfalls sind dies alles die ersten festen Bewohner unserer Gegend, jo Bure, nätte Lü, lebten sie hier vor 7000 Jahren und machten sich bestimmt auch ihre Gedanken über das Leben der Menschen in 7000 Jahren, über uns oder etwa nicht ... ?
Hier noch ein Kuriosum:
Es sind dies Kieselsteine, welche alle mehr oder weniger die Form eines Gesichtes aufweisen. Alle drei und weitere habe ich auf dem Acker eines Gräberfeldes aus der Bandkeramik gefunden. Vergleichbare Steine sind mir andernorts nicht aufgefallen und ich bin bestimmt viel durch die Gegend und über die Äcker gelaufen. Haben die Leutchen damals den Toten solche Steine mit ins Grab gegeben und wenn, warum? Die Gesichter wirken streng, abweisend, fast aggressiv. Doch kommen wir wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, ich muss Mittagessen machen. Adieda.




Abschliessende Bewertung zum Gesamteindruck des Oberflächenfundmaterials aus der Linearbandkeamik in Aachen/Broichweiden.
Feuersteinmaterial: Auffallend ist die Menge an grau-schwarzem NL-Rijkholt-Feuerstein in allen Varianten. Nur die Größe ist begrenzt. Auffallend, das kein Wommersom-Quarzit dabei ist, welcher typisch ist für die Mittelsteinzeit. Etwas gelber NL-Simpelfeld-Feuerstein und ein paar Stücke D-Lousberg-Feuerstein. Ich habe kein Rohmaterial gefunden, die größten Stücke sind nicht mehr wie Faustgroß, alle Stücke sind bearbeitet. Deshalb vermute ich, die Materialen (Kernsteine) wurden schon in NL-Rijkholt geschlagen und aussortiert. Von der Menge her schätzte ich ein Gewicht von mehreren Zentnern Feuerstein auf der Siedlungsfläche. Diese Leute haben regelrecht mit dem Material geaast, will sagen: kurz benutzt und gute Stücke weggeworfen. In meiner Gegend sagt man dazu: Kapot, e Neut (Kaputt, ein Neues). Leider habe ich keinen Vergleich zu anderen vergleichbaren Fundplätzen (und damit unmittelbaren Nachbarschaft zu D-Broichweiden) der Linearbandkeramik im Rheinland. Laut Aussage des Amt f. Bodendenkmalpflege Nideggen ist neuerdings in Baesweiler, etwa 10 km nördlich von Broichweiden, eine weiterer großer LBK-Siedlungsplatz mit sehr viel Feuersteinmaterial (Quantitativ die meiste Menge im Rheinland) gefunden worden. Doch ist Broichweiden bislang nicht erschöpfend erforscht, sodass ein Vergleich hinkt.
Kratzer kommen an bestimmten Stellen der Siedlung vermehrt vor, sie müssen ein oft benutzter Gebrauchsgegenstand gewesen sein, wurden in vielen Größen hergestellt und nach einer Zeit weggeworfen. Ich habe allein etwa 50 Kratzer von dem Fundplatz. Bohrer sind seltener, dafür aber eine Menge Klopfsteine = resultierend aus den Kernsteinen, etwa 50 Stück. Klingen in jeder Couleur; eindeutig für die Sicheleinsätze habe ich diese nur an einer bestimmten Stelle gefunden. Sie haben alle einen Glanz auf der Klinge, manche von beiden Seiten. Auffallend ist ein große Menge von angearbeiteten Klingen, welche alle auf die gleiche Weise vorbereitet und abgebrochen sind. Der Schlagbulbus mit dem dicken Ende blieb liegen. Ich vermute darin die Herstellung von Sichelklingen. Auf dem gesamten Gelände des Siedlungsplatzes habe ich bislang nur eine eindeutige bandkeramische Pfeilspitze gefunden. Das deutet auf eine geringe Jagdtätigkeit, zumindest mit Feuersteinspitzen. Messer sind nicht eindeutig erkennbar. Dies kann jeder Abschlag sein, der eine scharfe Klinge hat. Messer waren nicht unbedingt so geformt, wie wir sie heute kennen. Sägeartige Klingen kommen vor. Manchmal befinden sich noch Spuren von Birkenpech >>klick auf Artefakten, was den Verdacht einer Schäftung in welcher Form auch immer, zuläßt.
Felsgestein: Dazu zählen die vielen Bruchstücke und Platten Eschweiler-Kohlensandsteins, welche als Mahlsteine gedient haben mögen, einige Bruchstücke von Basalt, Hämatit und Dechselklingen. Hämatite (Farbsteine) sind alle verschliffen und finden sich immer in kleinen Bruchstücken auf dem Siedlungsplatz. Die Mehrzahl der großer Stücke Hämatit (20) stammen von einem Gräberfeld in der Nähe des Siedlungsplatzes, so wie alle 30 Dechsel aus Amphibolit (keine Rohlinge gefunden) und Basalt. Diese Stücke waren also wertvoll und wurden auf dem Siedlungsplatz nicht verworfen. Eine durchbohrte Perle aus Hämatit vom Siedlungsplatz. Ein Dechsel aus Wetzschiefer vom Siedlungsplatz. Einige kleine Dechsel (kleiner als eine Streichholzschachtel) vom Siedlungsplatz. Steinkohlestücke, Maaseier = Schleudersteine? Einige Bruchstücke von Gedauer Konglomerat, ein sehr kompaktes Material, fester als Beton. Kann als Schlagstein benutzt worden sein. Einige gebrochene, tiefrote Stücke Quarzit. So sehen Quarzite aus, wenn sie stark erhitzt und dann in Wasser geworfen werden (kochen).
Erden: Rotgefärbte Erdbrocken in rundlicher Form, bis Gänseeier groß. War dies Hämatitpulver in einem Behälter, etwa Lederbeutel? Rote Erde (Laufhorizont). Aschestücke von verbranntem Holz. Brocken von verziegeltem Ton der Wände, wenn ein Haus verbrannte, mit Einschlüsse von Holz und Früchten.
Keramik: Bruchstücke von Keramik aller Art und Größe, mit den typischen Verzierungen, mit Ösen der Aufhängungen.
Brunnen (noch) keiner.
Die Lage der Funde lassen den Befund von Häusern an der Stelle zu, selbst die Lage zur Himmelsrichtung. Meine Vermutung ist, das etwa 4 Langhäuser zur gleichen Zeit auf dem Platz standen. Ein Grabenwerk wurde durch die Gastrasse nachgewiesen.
Keine Knochen, kein Holz, keine Muscheln, kein Geweih, aber Flak-Munition aus dem zweiten Weltkrieg, Ton-Pfeifenköpfe der Bauern, römische Keramik und ein bischen Eisenzeit. Demnächst noch Dinge aus dem dritten und vierten Weltkrieg dazu, doch dazu später.
Literaturempfehlung:
Weller, Ulrike
Steingeräte der Linearbandkeramik im Leinetal zwischen Hannover und Northeim
Rahden/Westf.: Leidorf, 2003
Siedlungen der Steinzeit
Haus, Festung und Kult
Spektrum-der-Wissenschaft 1989 Heidelberg
ISBN 3-922508-48-0
  
©2010 | Blumammu
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